Medienmitteilung «Höngg – Quo vadis?»

Medienmitteilung «Höngg – Quo vadis?» zur Pressekonferenz heute Vormittag, 4. November 2013

Zürich Höngg, 4. November 2013

Sehr geehrte Medienschaffende

In Zürich-Höngg findet man alle Artikel des täglichen Bedarfs. Für Grossverteiler wie Migros und Denner wurde Höngg sogar zum Testmarkt: die ersten Filialen von Alnatura und Denner-Express öffneten hier. Doch der Detailhandel kämpft. Immer wieder schliessen Fachgeschäfte, die Lokale bleiben über längere Zeit leer und was neu eröffnet wird entspricht oft nicht dem Bedürfnis der breiten Kundschaft.

Diese Problematik wurde Ende Mai 2012 an der Generalversammlung des Vereins Handel und Gewerbe Höngg (HGH) thematisiert. «Verslumt Höngg?» wurde provokativ gefragt. In der Folge schlossen sich engagierte Höngger Persönlichkeiten zusammen und führten im Januar 2013 in Zusammenarbeit mit der Beratungsfirma Fuhrer & Hotz eine Umfrage zum Höngger Detailhandel in allen 13‘200 Haushalten von 8049 Zürich-Höngg durch, um mehr über die Kundenbedürfnisse zu erfahren: Eine in Zürich einmalige Aktion solcher Breite. Die 1‘034 retournierten Fragebogen liessen quantitativ und qualitativ hochwertige Rückschlüsse zu.

So zeigte sich zum Beispiel, dass 81% der Antwortenden seit mehr als fünf Jahren regelässig in Höngg einkaufen, 50% davon mehrmals pro Woche. Sie decken sich dabei im Schnitt mit 70% aller Güter ihres täglichen Bedarfs ein. Zu je einem Drittel werden die Einkäufe per Auto oder Motorrad, dem öffentlichen Verkehr oder zu Fuss getätigt.

Doch die Kundschaft nimmt eine stete Verschlechterung der Branchen- und Angebotsbreite wahr: 39% fanden, das Angebot sei in den letzten 5 Jahren «etwas schlechter» oder gar «wesentlich schlechter» geworden, 23% nannten es «vergleichbar». Zusammen ist dies mit 62% eine beunruhigende Mehrheit an Kunden, die sich naturgemäss eigentlich an stetig besser werdenden Angeboten erfreuen und solche auch gerne nutzen möchte.

Niemand erwartet, dass Höngg mit der Angebotsbreite der Zürcher City konkurrieren kann, zu der 56% Befragten sagen, sie würden dort mindestens einmal monatlich einkaufen. 29% tun dies im Einkaufszentrum Letzipark, 26% in Regensdorf und weitere 23% in Altstetten.

Doch warum kauft man dort ein? Weil man etwas Gesuchtes in Höngg nicht findet. Das bestätigten die Antworten auf die Frage, ob man in Höngg bestimmte Angebote vermisse, die 75% mit «ja» beantworteten. Sie vermissen zum Beispiel Angebote aus den Bereichen Papeterie, Haushaltgeräte, Spielwaren, Bücher und Musik, Sportartikel und -Bekleidung, Schuhe sowie Multimedia bzw. Computer.

Kundenwünsche und übergeordnete Problematik

Nach den Wünschen gefragt nannten 44% einen grösseren Wochenmarkt und 37% einheitliche, nicht aber längere Ladenöffnungszeiten. 24% wünschen einen umfassenden Hauslieferdienst und vielfach wurde das Gastronomieangebot bemängelt: trendiger, gemütlicher oder kinderfreundlicher sollte es bitte sein.

Als zentrales Problem wird in weiten Kreisen die Verkehrsproblematik rund um den Meierhofplatz, dem geografisch zentralen Platz von Zürich-Höngg, wahrgenommen. Die Aufenthaltsqualität dort und in den zuführenden Strassen ist nicht nur in den Hauptverkehrszeiten sehr tief. So hat Höngg – auch, aber nicht nur deshalb – keinen «Dorfplatz», keinen Begegnungsort, welcher die für ein lebendiges Quartier wichtigen sozialen Funktionen im öffentlichen Raum wahrnehmen könnte.

Höngg geht vor

Höngg ist innerhalb der Stadt Zürich als Quartier bekannt, in dem von aussen angestossenen Veränderungen sehr kritisch aufgenommen werden. Aber auch als Quartier, in dem sich viele «Dorf-Anlässe» gehalten haben oder gar neu entstanden sind. Allerdings hat sich über die letzten Jahre eine Trägheit breit gemacht, der nun begegnet werden muss bevor die Abwärtsspirale, welche zu drehen begonnen hat, zu einem Strudel wird, dem man erst auf seinem Grund wieder entkommen kann.

Die Umfrageergebnisse dürfen nicht ohne Konsequenzen bleiben: Höngg braucht ein Quartiermarketing, das Standortförderung betreibt – weit über die Problematik hinaus, mit welcher die Detaillisten zu kämpfen haben. Doch sowohl der Verein Handel und Gewerbe Höngg wie auch der Quartierverein Höngg haben sich ausserstande erklärt, bei diesem Vorhaben die Führungsrolle zu übernehmen. Das ist bedauerlich, aber gleichzeitig auch eine Chance, denn Höngg − so zeigen aktuelle Untersuchungen − befindet sich in einem positiven soziodemografischen Wandel. Es findet eine Verjüngung statt, die auch neue Ideen und Motivationen ins Quartier bringt. Deshalb wird in den kommenden Monaten das

«Netzwerk Höngg» ins Leben gerufen. Darin können sich alle Vereine, Firmen und Bevölkerungskreise vernetzt engagieren, um gemeinsam an der Vision mitzuwirken, die aus Höngg wieder ein lebendiges, urbanes und bedürfnisorientiertes Stadtquartier mit einer verträglichen Mischnutzung und einem zukunftsfähigen Ressourceneinsatz macht, damit Höngg für Bevölkerung und Firmen wieder gleichermassen attraktiv wird.

Auf der Homepage des Vereins Handel und Gewerbe Höngg unter http://www.hoengg.ch stehen Ihnen die ganze Studie, freies Bildmaterial sowie (zur Information) die Artikelserie der Quartierzeitung «Höngger» zur Verfügung.

Kontakte:

Robert Werlen, Präsident HGH, Telefon 044 341 22 75 / info@he-optik.ch

Fredy Haffner, Verlagsleiter Quartierzeitung Höngg GmbH, Telefon 079 538 64 65 / verlag@hoengger.ch

GEWERBEVERBAND DER STADT ZÜRICH

Dokumentation:

→ Medienmitteilung Höngg – Quo vadis.4.11.2013 als PDF

→ Dossier mit allen Presse-Unterlagen zur Medienkonferenz

→ Presseschau: Presseartikel zu unserer Medienkonferenz

 

 

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Mehr Informationen in unserem Dossier:
Umfrage Kundenbedürfnisse im Höngger Detailhandel

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